Die Klimakrise verstehen

Warum sich das Klima verändert
Der Treibhauseffekt
Das Klima der Erde unterliegt seit jeher natürlichen Schwankungen. Diese Veränderungen erstrecken sich über sehr lange Zeiträume hinweg. Doch der aktuelle rapide Temperaturanstieg ist nicht natürlichen Ursprungs, sondern eindeutig auf menschliche Aktivitäten zurückführen.
Die Erde nimmt von der Sonne Wärme auf. Bestimmte Gase in der Atmosphäre – darunter Kohlendioxid (CO₂), Methan und Lachgas – sorgen dafür, dass Wärme nicht nur zurück in den Weltraum reflektiert, sondern auch auf der Erde gespeichert wird. Dieser natürliche Treibhauseffekt macht das Leben auf der Erde überhaupt erst möglich: Ohne ihn läge die globale Durchschnittstemperatur bei etwa ‑18 °C.
Vor allem durch die Verbrennung fossiler Energieträger, wie Kohle, Öl und Erdgas, gelangt jedoch immer mehr zusätzliches CO₂ in die Atmosphäre. Die natürlichen CO₂-Speicher – Ozeane, Wälder und Moore – können diese zusätzlichen Mengen nicht vollständig aufnehmen. Die Folge: Wärme staut sich in der Atmosphäre. Die Erde heizt sich immer schneller auf.
Entwicklung der weltweiten Temperatur in den vergangen 2.000 Jahren
Temperatur vor 1855 wurde vom Weltklimarat rekonstruiert (daher mit Unsicherheitsbereich)

Quellen: Umweltbundesamt | IPCC
Klimakrise beeinflusst Wetter
Der Temperaturunterschied zwischen den kalten Erdpolen und den wärmeren Regionen sorgt dafür, dass die Luft in großer Höhe ständig in Bewegung bleibt. Diese Temperaturunterschiede treiben den Jetstream an, einen starken Wind in großer Höhe, der unser Wetter beeinflusst.
Doch weil sich die Arktis besonders schnell erwärmt, wird dieser Temperaturunterschied kleiner. Der Jetstream verliert an Kraft, wird langsamer und beginnt, große Wellen nach Norden und Süden zu schlagen. Die Folge: Regionale Wetterlagen werden tendenziell stabiler:
Außerdem kann warme Luft mehr Energie aufnehmen. Stürme werden potenziell zerstörerischer.
Quellen: Deutscher Wetterdienst | Tagesschau
Warum 1,5 Grad so viel bedeuten
Ein Temperaturunterschied von 1,5 Grad ist mit den menschlichen Sinnen nicht wahrnehmbar. Warum reden dann eigentlich alle über 1,5 Grad?
Ab einer Erderwärmung von 1,5 Grad im globalen Mittel steigt das Risiko, dass sich selbst verstärkende Effekte in Gang setzen, auf die wir Menschen keinen Einfluss mehr haben. Beispiel für einen solchen Kipppunkt ist folgender physikalischer Effekt: Das helle arktische Meereis reflektiert Licht und Wärme. Schmilzt dieses Eis ab, hält das dunkle Meerwasser diese Wärme zurück und erwärmt sich. Diese zusätzliche Wärme verstärkt die Schmelze des Eises. Außerdem gibt es weitere Prozesse, die sich selbst verstärken – zum Beispiel, wenn Regenwälder großflächig absterben oder der Permafrost auftaut.

Vor diesem Hintergrund haben sich die Staaten im Übereinkommen von Paris darauf verständigt, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen — und auf jeden Fall deutlich unter 2 Grad zu halten.
Der Klimawandel sorgt dafür, dass Wetterlagen wie Hitze, Trockenheit, Starkregen und Stürme zu immer größeren Schäden führen. Und damit ändern sich auch die Risiken für Leben, Gesundheit und Eigentum.
Genau deshalb betrifft uns die Klimakrise als Versicherung direkt. Denn unser Job ist es, Risiken zu verstehen und abzusichern. Wenn Starkregenereignisse häufiger, Stürme stärker oder Hitzeperioden länger werden, steigen auch die Schäden an Häusern, Autos und Infrastruktur. Damit wird die Absicherung immer teurer. In einigen Regionen der Welt ist Versicherungsschutz zu bezahlbaren Prämien schon heute nicht mehr zu bekommen.
Wir sehen diese Entwicklung sehr konkret: in Schadenzahlen, Wetterdaten und neuen Risikokarten. Sie zeigen uns, wo Gefahren zunehmen und Vorsorge daher besonders wichtig wird. Darum beschäftigen wir uns intensiv mit der Klimakrise. Nicht abstrakt, sondern ganz praktisch: Wir passen unseren Schutz an, entwickeln Präventionsangebote und helfen dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen.
Der Gesamtverband Deutscher Versicherer warnt, dass sich die Prämien für Wohngebäudeversicherungen in den kommenden zehn Jahren aufgrund von Klimaschäden möglicherweise verdoppeln könnten.
Quelle: Deutscher Wetterdienst | GDV

Hochwasser
Hochwasser zählt zu den teuersten Naturgefahren. Starkregenereignisse nehmen deutlich zu, sogar in Regionen, die früher als sicher galten. Laut dem Umweltbundesamt ist die Niederschlagsmenge in Deutschland seit 1965 um rund 9 Prozent gestiegen – insbesondere die Winter sind jetzt deutlich nasser als in der Vergangenheit. Der Zeitraum von Juli 2023 bis Juli 2024 war die niederschlagreichste 12-Monatsepisode seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 – ein Zeitraum ohne historischen Vergleich.
- Hochwasser entsteht nicht nur an Flüssen – auch Starkregen kann überall Schäden verursachen
- Keller, Tiefgaragen und Erdgeschosse sind besonders gefährdet
- Schäden entstehen oft innerhalb weniger Minuten
Quellen: Umweltbundesamt | Deutscher Wetterdienst